Liebe Katharina, lieber Tim, in den neuen Folgen seid ihr wieder auf Rettungsmission. Warum steht noch immer so vielen Restaurantbetrieben das Wasser bis zum Hals?
Die Branche ist extrem herausfordernd, man arbeitet mit Menschen für Gäste, händelt hochverderbliche Lebensmittel und man braucht weder einen Meister/Meisterin (also fundierte handwerkliche Kenntnisse), um eine Gastronomie aufzumachen. Das zieht leider auch Menschen an, die weder eine Vorstellung haben, was sie machen wollen, noch das Können haben!
Bei manchen Gastronomen hat mal das Gefühl, sie wollen gar keine Hilfe. Wie schwer ist es, an solche Verdrängungskünstler heranzukommen und wart ihr beide auch manches mal kurz davor, den Einsatz wegen Beratungsresistenz abzubrechen?
Abbrechen ist generell keine Option für uns! Manchmal ist es für uns sehr erstaunlich, wie renitent man trotz massivem wirtschaftlichem Misserfolg sein kann, aber uns war das im Vorfeld klar und wenn die Stimmung gekippt ist, waren wir vorbereitet und haben dagegengehalten!
Gibt es in den fünf Restaurants, die ihr in den neuen Folgen besucht, ein besonders kreatives oder außergewöhnliches Gericht, das euch positiv oder auch negativ erstaunt hat?
Jeder hat was für sich, die rumänisch inspirierten Gerichte in der "Villa Meßmer" waren voller Herzenswärme, der blutjunge ungelernte Emil im "Chez Emil" hat tatsächlich Talent Französisch zu kochen, im "Hollwigger Bistrorant" gab es eine supergeile Interpretation von Himmel & Äd, in der "Gaststätte Fortschritt" gab es Wild, immer noch ein völlig unterschätztes wunderbar bekömmliches Fleisch, im "To Steki" hatte ich typisches handgemachtes, sensationell saftiges Gyros.
Liebe Katharina, bei dem jungen Besitzer des Berliner Restaurants "Chez Emil" ist dir sicher auch die Spucke weggeblieben. Du hast sein komplettes Lokal umgestylt und musstest bei deinem Revisit feststellen, dass er alles wieder rückgängig gemacht hat. Was denkt man in so einem Moment?
Freude sieht bei mir anders aus, ganz klar! Das war natürlich nicht schön in doppelter Hinsicht. Denn einerseits ist damit klar, dass Emil nicht verstanden und nicht eingesehen hat, dass wir ihm mit der Theke ein einfacheres, effizienteres und besseres Arbeiten ermöglicht haben und andererseits tut es mir in der Seele weh, die ganze Arbeit und Mühe meiner Handwerker zerstört zu sehen. Aber schlussendlich ist es Emil, der mit und in dem Laden arbeiten muss und wenn er es so besser findet, dann wünsche ich ihm vom ganzen Herzen viel Erfolg dabei.
Wir leben in finanziell schwierigen Zeiten. Top-Restaurants sind aber weiterhin gut ausgebucht. Warum sind gutes Essen und ein exquisites Ambiente den Menschen auch in diesen Zeiten viel Geld wert?
Weil es ein wunderbarer Teil unserer Lebenskultur ist!
Liebe Katharina, lieber Tim, welche verrückten Geschichten hätten eure Mägen nach dem Besuch wirklich katastrophaler Restaurants zu erzählen?
Glücklicherweise bis dato keine!
Bei "Raue – Der Restaurantretter" gibt es eine klare Aufgabenteilung zwischen euch. Wie sieht das bei euch privat aus? Wer kümmert sich um Besorgungen, Einkäufe, Finanzen oder auch die Urlaubsplanung?
Jeder hat seine Bereiche und wir ergänzen uns perfekt! Tim hat keinen Führerschein und ich fahre, wir unterstützen den anderen bei seinen Schwächen und nutzen jeweils seine Stärken. Tim plant alles bis ins Detail, ich kümmere mich um jegliche technischen Bereiche vom Telefon bis zum Laptop.