"Club der roten Bänder – Die neue Generation" erzählt neue Geschichten mit einer neuen Generation im selben Krankenhaus. Was erwartet die Zuschauer?
"Club der roten Bänder – Die neue Generation" ist genau das: eine neue Generation im selben Krankenhaus. Es sind komplett neue Geschichten und neue Charaktere. Die Serie löst sich von der Originalgeschichte und erzählt eigenständige Geschichten.
Was unterscheidet die neue Generation vom Original?
Ich glaube, dass die Serie ähnliche Gefühle auslösen wird, wie das Original, weil sie sich mit denselben großen Themen beschäftigt: Krankheit, Zusammenhalt, Hoffnung und die Frage, wie Menschen zueinanderfinden. Neu ist aber, dass die Serie mit der Zeit geht. Sie greift Themen auf, die heute noch stärker im gesellschaftlichen Fokus stehen. Psychische Erkrankungen spielen beispielsweise eine größere Rolle und werden mit einem modernen Blick erzählt. Viele Themen, die vor zehn Jahren noch stärker tabuisiert waren, werden heute offen behandelt.
Warum ist das heute besonders wichtig?
Schon der ursprüngliche "Club der roten Bänder" war seiner Zeit voraus und hat Themen wie Essstörungen aufgegriffen. Das war damals ein wichtiger Schritt. Heute sind wir gesellschaftlich noch einmal weiter. Es gibt deutlich mehr Aufmerksamkeit für psychische Erkrankungen und einen offeneren Umgang damit. Viele Leute werden mehr ‚aware‘, was psychische Krankheiten sind. Deshalb ist es auch aktuell, wir sind einen Schritt weiter, als wir vor zehn Jahren waren, wenn es um Awareness für mentale Krankheiten geht.
Was macht den "Club der roten Bänder" für dich so besonders?
Ich bin nicht in Deutschland geboren und aufgewachsen. Deshalb habe ich den ursprünglichen "Club der roten Bänder" erst gesehen, als wir schon die neue Generation gedreht haben. Mir war natürlich bekannt, welchen Impact die Serie damals hatte, aber ich hatte sie vorher nicht gesehen. Während der Dreharbeiten haben wir sie dann gemeinsam mit dem Cast geschaut. Ich war damals natürlich nicht dabei und kann deshalb nicht sagen, was sie vor zehn oder fünfzehn Jahren so besonders gemacht hat. Aber als ich sie jetzt gesehen habe, ist mir etwas aufgefallen. Es gibt viele Serien über Krankenhäuser, Ärzte oder medizinische Fälle. Aber nur sehr selten wird alles aus der Perspektive der Patienten erzählt. Es ging nicht darum, dass es in jeder Folge einen neuen medizinischen Fall gibt. Es ging darum, wie junge Menschen mit einer schweren Diagnose umgehen. Wie geht man damit um, wenn man als Teenager plötzlich nicht mehr weiß, wie die Zukunft aussieht? Dadurch wurde alles sehr menschlich. Es wurde nicht in die Schublade "medizinischer Fall des Tages" gesteckt. Es ging um die Menschen dahinter. Und genau das macht es leicht, mitzufühlen und Empathie für die Figuren zu entwickeln.
Warum braucht es solche emotionalen Geschichten heute mehr denn je?
Ich glaube, genau das ist die Stärke dieser Serie. Das war damals so und das ist heute genauso. Vielleicht sogar noch mehr. Ich glaube, wir sind es inzwischen gewohnt, durch Social Media und all das, was auf der Welt passiert, unglaublich viele Informationen auf einmal zu bekommen. Wir sehen schreckliche Dinge, scrollen weiter und irgendwann wird man ein Stück weit desensibilisiert. Deshalb finde ich es schön, wenn Filme, Serien oder Musik einen wirklich berühren. Ich gehe oft ins Theater. Und ich finde es sehr schön, wenn etwas nicht hyperintellektualisiert ist, sondern einfach emotional. Wenn ich etwas sehe und es mich berührt. Wenn ich lache oder vielleicht auch weine – oder beides. Ich persönlich möchte genau solche Geschichten sehen. Und ich glaube, dass die Menschheit das heute auch braucht.
Wer ist Elias?
Elias ist ein junger Mann, der seit langer Zeit mit einer schweren Krankheit lebt. Für mich ist Elias extrem stark. Er wirkt wie ein Zyniker. Er wirkt oft unglücklich, unsensibel und von der Welt abgegrenzt. Aber eigentlich ist er ein sehr sensibler Mensch. Ich würde sogar sagen, er ist ein Romantiker. Und er ist ein Künstler. Das fand ich besonders schön an der Figur. Elias macht Musik und diese Seite von ihm geht trotz seiner Krankheit nicht verloren. Obwohl er die ganze Zeit im Krankenhaus ist und sich mit so schweren Themen auseinandersetzen muss, bleibt diese kreative Seite bestehen. Ich fand es schön mich damit zu beschäftigen.
Was hast du persönlich von Elias gelernt?
Elias hat mir beigebracht, dass jeder Mensch Liebe verdient. Und er hat mir gezeigt, was es für einen Unterschied macht, wenn man weiß, dass man geliebt wird. Und wie schön es ist, zu sehen, dass die Menschen um einen herum einen lieben.
Wie war die Zusammenarbeit mit dem Cast?
Es war sehr schön mit dem Cast. Am Anfang weiß man natürlich nie, wie es wird, wenn fünf Menschen Anfang zwanzig aufeinandertreffen. Wir haben uns sehr schnell gemerkt, dass es bei uns gepasst hat, es hat sehr schnell geklickt. Und das ist während des Drehs immer stärker geworden. Gerade bei einem Projekt mit so emotionalen Themen ist es wichtig, Menschen um sich zu haben, die einen auffangen. Ich bin sehr froh, dass wir uns so gut verstanden haben. Wir treffen uns bis heute regelmäßig.