Zum 13. Mal hat das Wirtschaftsmagazin Capital beim alljährlichen "Makler-Kompass" die Qualität von Immobilienvermittlern untersucht. 983 erzielten Wohnimmobilienmakler gute oder sehr gute Bewertungen: In 953 Fällen erhielten Firmen fünf Sterne, 30 kamen auf vier Sterne. Im Gewerbesegment, das seit 2025 analysiert wird, schafften 71 Anbieter den Sprung in die Tabelle: 65 mit fünf, 6 mit vier Sternen. „Die Studie hat sich als Qualitätsmaßstab in der Immobilienbranche etabliert“, sagt Capital-Chefredakteur Timo Pache.
Den Makler-Kompass erhebt das Wirtschaftsmagazin gemeinsam mit dem IIB Institut aus Schwetzingen. Für die diesjährige Auswertung haben die IIB-Experten Anbieter von Wohnimmobilien in 161 Städten (Gewerbeimmobilien: 27 Städte) geprüft. 5.945 Büros mit wenigstens fünf Angeboten (4.511 Wohnen, 1.434 Gewerbe) kamen in die engere Auswahl und wurden aufgefordert, einen umfangreichen Fragenkatalog auszufüllen sowie Unterlagen und Musterdokumente einzureichen. 1.034 Anbieter aus dem Wohn- und 71 aus dem Gewerbesegment kamen dieser Aufforderung nach.
Der Optimismus des Vorjahres hat sich unter den Wohnimmobilienmaklern etwas abgeschwächt: 38,2 Prozent der teilnehmenden Büros rechnen derzeit mit einer Verschlechterung des Marktumfelds (2025: 29,4 Prozent). Als wichtigste Ursache dafür werden hohe Zinsen (93 Prozent), der Anstieg der Kosten für Bau, Sanierung und Modernisierung (88,2 Prozent) und das gesamtwirtschaftliche Umfeld (86,7 Prozent) genannt. Auch der Anstieg der Energiepreise (85,7 Prozent) und die restriktive Vergabe von Baukrediten (83,2 Prozent) spielen nach Ansicht der Befragten eine wichtige Rolle.
Bei Bestandsimmobilien erwarten die meisten Befragten für die kommenden zwölf Monate wenig Bewegung bei den Preisen (Häuser: 56,3 Prozent, Wohnungen: 56,7 Prozent), bei Häusern rechnen 32 Prozent der Profis mit steigenden oder sogar stark steigenden Preisen, bei Wohnungen 34,5 Prozent. Im Segment der Neubauten werden häufiger Preissteigerungen erwartet (Häuser: 49 Prozent, Wohnungen: 49,4 Prozent). Vergleichsweise wenige Anbieter rechnen mit einer Stagnation (Häuser: 37,2 Prozent, Wohnungen 36,9 Prozent).
Auch auf dem Markt für Gewerbeimmobilien herrscht Skepsis: 8,5 Prozent der Makler rechnen mit einer Erholung im laufenden Jahr, 9,9 Prozent erwarten 2027 einen Aufschwung. 81,7 Prozent der Profis sehen sich mit einer sinkenden Nachfrage konfrontiert, 78,9 beklagen Leerstände. Die beherrschenden Themen in den kommenden fünf Jahren sind den Maklern zufolge die Umwandlung von Gewerbeimmobilien zu Wohnzwecken (93 Prozent), eine Vereinfachung der ESG-Regularien (52,1 Prozent) und die Nutzung von künstlicher Intelligenz zur Steigerung der Effizienz (46,5 Prozent).
Alle Ergebnisse und die ausführliche Analyse gibt es ab dem 19. September 2026 in der aktuellen Ausgabe von Capital (10/2026) sowie unter www.capital.de/maklerkompass2026.