Lottolüge - das illegale Milliardengeschäft +++ Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet. +++
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Recherchen des RTL-Magazins „EXTRA“ und der Investigativjournalistin und Hackerin Lilith Wittmann legen nahe, dass dem deutschen Staat und gemeinnützigen Zwecken durch illegales Online-Lotto zwischen 2019 und 2023 fast 400 Millionen Euro entgangen sein könnten. Grundlage sind interne Unterlagen der Lottoland Holding sowie Dokumente aus dem maltesischen Handelsregister und dem Onlinesystem der Glücksspielbehörde Maltas, die erstmals ausgewertet wurden.
Dem Rechercheteam liegen interne Dokumente der Lottoland Holdings Limited vor, zu der auch die in Deutschland nichtlizensierten Zweitlotterien Lottohelden.de und Lottoland Ltd gehören. Laut den Datensätzen soll Lottoland 2020 in Deutschland mehr als 3,2 Millionen Kunden gehabt haben. Das Unternehmen weist diese Darstellung zurück, die Zahl sei „falsch und weit überschätzt“.
Aus den von der maltesischen Glücksspielbehörde extrahierten Dokumenten geht hervor, dass für das Geschäft der Lottoland Holding in Deutschland weder die Lotteriesteuer (rund 16 Prozent) noch die Abgaben für gemeinnützige Zwecke (rund 23 Prozent) abgeführt wurden. Die maltesische Gesellschaft Lottoland Ltd (ELBL), die ab 2019 das operative Geschäft von Lottoland.com und Lottohelden.de für Deutschland und Österreich übernahm, soll allein 2019 Spieleinsätze von 464.665.000 Euro in Deutschland verzeichnet haben. Auf Grundlage der verfügbaren Zahlen schätzt Lilith Wittmann die entgangenen Steuern und Abgaben im untersuchten Zeitraum auf rund 100 Millionen Euro pro Jahr. Lottoland erklärt dazu: „Die Lottoland Gruppe bezahlt sämtliche auf das Geschäft in Deutschland gesetzlich vorgesehenen Steuern und hat diese stets bezahlt.“ Außerdem teilt Lottoland mit, die Daten seien „unvollständig, aus dem Zusammenhang gerissen und […] in wesentlichen Punkten irreführend.“
Mit Blick auf die ausgewerteten Unterlagen sagt der Glücksspielrechtler Prof. Thomas Dünchheim: „Wenn eine Ermittlungsbehörde so eine CD in die Hand bekommt, wo Bilanzen und dergleichen über unlauteres Spiel in Deutschland abgebildet würden, die nicht besteuert wurden, ist das für den Fiskus hochinteressant.“
Vor fünf Jahren wurde mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) eine deutsche Behörde gegründet, die illegale Glücksspielangebote bekämpfen soll. Diese teilt auf Anfrage mit, zu etwaigen laufenden Verwaltungsverfahren grundsätzlich keine Auskunft zu erteilen. Maßnahmen gegen unerlaubte Online-Glücksspielangebote könnten jedoch auch dann Wirkung entfalten, wenn die Angebote weiterhin erreichbar seien.
Die Informationen sind frei mit Hinweis auf das Magazin „EXTRA“ bei RTL. Die ganze Recherche zeigt RTL am Dienstag, 21. Juli, um 22:15 Uhr in „EXTRA“ und auf RTL+.