Die Sorge, dass die Bundesregierung mit den Problemen im Land überfordert ist, beschäftigt die Bundesbürger am häufigsten. 87 Prozent machen sich darüber große oder sehr große Sorgen. Es folgen steigende Preise mit 84 Prozent und ein unzureichendes Schul- und Bildungssystem mit 79 Prozent. Für das aktuelle Sorgenbarometer von RTL und ntv wurden die Bundesbürger gebeten, ihre Sorgen zu 16 Themen und gesellschaftlichen Entwicklungen einzuschätzen.
Soziale Absicherung und Lebenshaltungskosten beunruhigen viele Menschen
Jeweils 77 Prozent machen sich große oder sehr große Sorgen über weiter steigende Steuern und Abgaben sowie eine schlechtere medizinische Versorgung. 76 Prozent sorgen sich um die Sicherheit der Renten, 75 Prozent um die soziale Ungleichheit und 74 Prozent um immer teureres Wohnen.
Jeweils 70 Prozent äußern große oder sehr große Sorgen über eine Zunahme des Rechtsextremismus, eine Gefährdung des Wohlstands und das Ausmaß der Kriminalität. Die Folgen des Klimawandels beunruhigen 64 Prozent, eine Zunahme des Linksextremismus 60 Prozent.
Am unteren Ende der Rangliste stehen die Sorge um zu wenige gut bezahlte Arbeitsplätze und die Befürchtung, dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen wird, mit jeweils 58 Prozent. Über die Folgen der Zuwanderung machen sich 56 Prozent große oder sehr große Sorgen. Damit ist bei allen 16 abgefragten Themen jeweils eine Mehrheit der Bundesbürger stark besorgt.
AfD-Anhänger sorgen sich besonders um Regierung, Zuwanderung und Kriminalität
Wie stark die Bundesbürger einzelne Entwicklungen beunruhigen, unterscheidet sich deutlich nach Parteipräferenz. Anhänger der AfD äußern in den meisten abgefragten Bereichen häufiger große oder sehr große Sorgen als die Anhänger der anderen ausgewiesenen Parteien. 99 Prozent sorgen sich, dass die Bundesregierung mit den Problemen überfordert ist. Die Folgen der Zuwanderung beunruhigen 98 Prozent, das Ausmaß der Kriminalität 97 Prozent.
Deutlich niedriger fallen diese Anteile unter den Anhängern von Grünen und Linken aus. Über die Folgen der Zuwanderung machen sich jeweils 12 Prozent große oder sehr große Sorgen. Das Ausmaß der Kriminalität beunruhigt 30 Prozent der Grünenanhänger und 39 Prozent der Anhänger der Linken.
Auch beim Linksextremismus gehen die Einschätzungen weit auseinander. Eine Zunahme bereitet 87 Prozent der AfD-Anhänger und 76 Prozent der Unionsanhänger große oder sehr große Sorgen. Unter den Grünenanhängern sind es 23 Prozent, unter den Anhängern der Linken 7 Prozent.
Eine Zunahme des Rechtsextremismus besorgt nur 21 Prozent der AfD-Anhänger. Unter den Anhängern der übrigen ausgewiesenen Parteien sind es dagegen zwischen 87 und 98 Prozent. Über die Folgen des Klimawandels machen sich 25 Prozent der AfD-Anhänger große oder sehr große Sorgen. Bei den anderen Parteien reichen die Anteile von 65 Prozent unter den Unionsanhängern bis zu 95 Prozent unter den Grünenanhängern.
Auch Anhänger von SPD und Union fürchten Überforderung der eigenen Regierung
Auch zwischen den Anhängern der Regierungsparteien unterscheiden sich die Sorgen. SPD-Anhänger äußern in fast allen abgefragten Bereichen häufiger große oder sehr große Sorgen als Unionsanhänger. Besonders deutlich ist der Abstand bei sozialer Ungleichheit mit 82 gegenüber 48 Prozent und bei der Sorge um zu wenige gut bezahlte Arbeitsplätze mit 57 gegenüber 34 Prozent. Ein unzureichendes Schul- und Bildungssystem beunruhigt 80 Prozent der SPD-Anhänger und 58 Prozent der Unionsanhänger. Eine schlechtere medizinische Versorgung bereitet 78 beziehungsweise 57 Prozent große oder sehr große Sorgen.
Nur bei den Folgen der Zuwanderung und einer Zunahme des Linksextremismus sind Unionsanhänger häufiger besorgt als SPD-Anhänger. Bei der Zuwanderung sind es 56 gegenüber 34 Prozent, beim Linksextremismus 76 gegenüber 56 Prozent.
Auch Klimawandel und Kriegsgefahr beschäftigen die Anhänger beider Regierungsparteien mehrheitlich. Über die Folgen des Klimawandels machen sich 84 Prozent der SPD-Anhänger und 65 Prozent der Unionsanhänger große oder sehr große Sorgen. Dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen wird, befürchten 62 Prozent der SPD-Anhänger und 55 Prozent der Unionsanhänger.
Die Meldung ist mit der Quellenangabe RTL/ntv Trendbarometer frei zur Veröffentlichung.
Datenbasis („Sorgenbarometer Oktober 2026“ im Auftrag von RTL Deutschland): 1.009 Befragte / Zeitraum: 21. bis 23. Oktober 2026 / Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.