Die Bundesregierung hat sich zuletzt mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften getroffen, um über ein Reformkonzept für Deutschland zu beraten. Die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an ein solches Bündnis sind jedoch gering. Laut aktuellem RTL/ntv Trendbarometer glauben nur 26 Prozent der Bundesbürger, dass es der Bundesregierung gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften gelingen wird, ein gemeinsames Konzept für grundlegende Reformen in Deutschland zu entwickeln. 70 Prozent rechnen nicht damit.
Besonders skeptisch zeigen sich die Ostdeutschen: Nur 19 Prozent erwarten ein erfolgreiches Reformbündnis, während 77 Prozent dies bezweifeln. Unter den Anhängern der Parteien äußern lediglich die Unionsanhänger mehrheitlich Zuversicht. Von ihnen glauben 50 Prozent, dass Bundesregierung, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften gemeinsame Reformen auf den Weg bringen können. Bei den Anhängern der AfD sind es hingegen lediglich 7 Prozent.
Mehrheit setzt auf Steuerzuschüsse statt Leistungskürzungen
Angesichts der steigenden Kosten für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sprechen sich die Bundesbürger vor allem für zusätzliche Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt aus. 58 Prozent halten höhere Steuerzuschüsse für eine sinnvolle Maßnahme, um die sozialen Sicherungssysteme langfristig zu stabilisieren.
Deutlich weniger Unterstützung finden dagegen Einschnitte bei den Leistungen oder höhere Belastungen für die Versicherten. Nur 21 Prozent halten Leistungskürzungen für sinnvoll, lediglich 17 Prozent sprechen sich für höhere Beiträge aus.
Besonders stark ist die Unterstützung für zusätzliche Steuerzuschüsse bei den Anhängern der Linken (77 %) und der SPD (68 %). Aber auch unter den Anhängern der Union spricht sich mit 55 Prozent eine Mehrheit für mehr Steuerzuschüsse aus. Für Leistungskürzungen zeigen sich noch am ehesten die Anhänger von Union und Grünen offen: Jeweils 31 Prozent halten diesen Weg für sinnvoll.
Die Meldungen sind mit der Quellenangabe RTL/ntv Trendbarometer frei zur Veröffentlichung.
Die Daten zum Reformbündnis zwischen Bundesregierung, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften sowie zu möglichen Maßnahmen zur Begrenzung der Kosten bei den sozialen Sicherungssystemen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag von RTL Deutschland am 12. und 15. Juni 2026 erhoben. Datenbasis: 1.009 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.