Bei den unabhängigen Vermögensverwaltern ist der Aktienanteil in den Depots im vergangenen Jahr erstmals wieder geschrumpft. Die durchschnittliche Aktienquote lag über alle Depots im Gesamtjahr nur noch bei rund 60 Prozent. Seit 2019 hatte sie sich kontinuierlich bis auf den Höchststand von 63 Prozentpunkten in 2024 erhöht. Das zeigt die diesjährige Studie des Wirtschaftsmagazins Capital und des Münchner Institut für Vermögensaufbau (IVA), die bereits zum achten Mal die Leistungen bankunabhängiger Vermögensverwalter untersuchte.
„Dennoch ist die Aktienquote mit 60 Prozent überraschend hoch“, bewertet Studienleiter Andreas Ritter, Vorstand des IVA. „Denn, auch Anleihen sind wegen ihrer hohen Renditen wieder eine Option.“ Zudem reagierten die Vermögensverwalter 2025 besonders aktiv auf die Turbulenzen, die US-Präsident Donald Trump an den Märkten auslöste: Zuerst warfen sie viele US-Aktien aus den Depots und luden verstärkt europäische Aktien ins Portfolio. Später kehrten sie wieder zu US-Aktien zurück. „Aufs Gesamtjahr blieb der US-Anteil relativ konstant. Der Europahype ist also wieder vorbei“, sagt Andreas Ritter.
Im Durchschnitt – also über alle rund 60.000 untersuchten Vermögensverwalterdepots – betrug der US-Anteil 2025 rund 50 Prozent. Der Europa-Anteil lag bei rund 38 Prozent. Jene Verwalter, die ein stärkeres Europa-Engagement wagten, profitierten jedoch davon, sagt Studienleiter Andreas Ritter: „Ein europalastiges Portfolio war 2025 deutlich besser aufgestellt und hat auch etwas besser performt.“
Die große Auswertung analysierte die realen Daten von rund 62.000 Bankdepots von 121 Vermögensverwaltern im Detail. Die Vermögensverwalter konnten Bewertungen in drei Depotkategorien erzielen (konservativ, ausgewogen, chancenorientiert). 18 Anbieter erreichten über alle drei Kategorien die Höchstbewertung von fünf Sternen. Zwei von ihnen bereits zum achten Mal. Neben den Depotbanken DAB BNP Paribas und der V-Bank, die den Test seit Beginn als Partner begleiten, lieferten die Deutsche Bank, Baaderbank, Donner & Reuschel und comdirect Depotdaten. Weiterer Partner war das Fintech-Unternehmen QPLIX, das für die Anonymisierung und Verarbeitung der Daten seine Wealth-Management-Plattform zur Verfügung stellte.
Im vergangenen Jahr zählten besonders jene Vermögensverwalter zur Riege der Fünfsternesieger, die nicht nur solide Depotstrukturen vorweisen können und gute Produkte wählen, sondern auch beim Risikomanagement ungewöhnlich hohe Punkte sammelten – dadurch sorgten sie selbst in volatilen Zeiten für viel Performance: Die Top-Verwalter, also die besten 10 Prozent der Vermögensprofis schafften in den turbulenten vier vergangenen Börsenjahren mit ihren ausgewogenen Depots eine durchschnittliche jährliche Performance von 5,8 Prozent nach Kosten. Bei den offensiveren Chancendepots waren es sogar 7,2 Prozent Rendite jährlich im Schnitt.
„Vermögensverwalter positionieren die Portfolien ihrer Kunden immer wieder aktiv. Und genau das ist es, was ich von einem guten Vermögensverwalter jetzt erwarte. Er hilft mir, mein Vermögen sicher durch diese Marktturbulenzen zu bringen“, so fasst es Florian Grenzebach zusammen, Vertriebsvorstand der V-Bank, der Depotbank für Vermögensverwalter.
In der Spitzengruppe der 18 Fünf-Sterne-Sieger gibt es zwei herausragende Anbieter, die bereits zum achten Mal ihre Topnoten verteidigten: BV&P Vermögen aus Kempten und Liqid Asset Management aus Berlin. Zudem gehören zur Topgruppe in diesem Jahr: Abele Depotverwaltung, Agevis, Asset Concepts, Bauer Vermögensverwaltung, Böker & Paul, DAGG Invest, Fiduka Depotverwaltung, Freiburger Vermögensmanagement, Gerd Kommer Invest, Honestas Finanzmanagement, Hoppe Vermögensbetreuung, Kirix Vermögensverwaltung, Lang & Hink Finanzpartner, Maneris, Reich Doeker & Kollegen und Societas Vermögensverwaltung.
Alle Ergebnisse der Studie über die besten Vermögensverwalter 2026 mit umfangreichen Tabellen in der neuen Ausgabe von Capital (Heft 7/2026) sowie unter Capital+.