Von "Make Love, Fake Love" zu "Temptation Island": Was reizt Sie persönlich daran, Paare und Singles in so emotional aufgeladenen Situationen zu begleiten und wie unterscheiden sich die Herausforderungen für Sie als Moderatorin?
Am meisten reizen mich die Emotionen in Echtzeit. Das Unvorhersehbare und die Höhen und Tiefen, die sich charakterlich auftun - genau dafür liebe ich Reality-TV. Bei "Make Love, Fake Love" war es für mich, als würde ich einer guten Freundin hautnah beim Dating zusehen und mir ständig denken: 'Oh nein, bitte nicht den!' "Temptation Island VIP" und "Temptation Island" gehen für mich tiefer, weil alles was passiert, sehr intensiv ist. Quasi wie Beziehungs-Dynamiken auf Steroiden. Vier Paare, acht Geschichten, viele Egos – da knallts auch mal richtig. Als Moderatorin fühle ich mich manchmal wie eine Mischung aus Mediatorin, Zuhörerin und diejenige, die das Chaos sortiert. Und zwischen allem liegt auch eine Wahrheit über Beziehungen, die wir alle kennen.
Gerade in Reality-Shows kann die Grenze zwischen echtem Gefühl und Entertainment verschwimmen. Wie schaffen Sie es, als Moderatorin Empathie zu zeigen, ohne dabei die notwendige Distanz zu verlieren?
Indem ich bei mir bleibe und für mich klar weiß, dass ich weder die beste Freundin bin, die nachts um drei angerufen wird, noch Partei ergreife. Natürlich fühle ich mit und nehme ernst was passiert, deswegen fließen auch bei mir mal die Tränen. Wenn ich aber alles an Emotionen mit nach Hause nehmen würde, hätte ich nach der ersten Folge ein Burnout. Es sind die Beziehungen unserer Paare und damit deren Entscheidungen und Konsequenzen. Ich halte den Spiegel hin und was sie daraus machen, werden wir schon sehr bald sehen.