Neue Serie, ab Fr., 13.10. auf RTL+

Die Quellen des Bösen - Jagd nach dem Runen-Mörder

Teaser

PackendeThrillerserie mit Starbesetzung: Henriette Confurius und Fahri Yardim überzeugen in dem neuen, 6-teiligen RTL+ Original "Die Quellen des Bösen - Jagd nach dem Runen-Mörder".


1993: Übersät mit rätselhaften Runen wird in einem Waldstück eine Mädchenleiche auf einem Blütenbett gefunden. Die ostdeutsche Kommissarin Ulrike Bandow (Henriette Confurius) und ihr neuer Kollege aus Hamburg, Koray Larssen (Fahri Yardim) übernehmen den Fall und heften sich an die Spuren des Mörders. Rätselhafte Spuren führen das Ermittlerpaar in die deutsch-deutsche Vergangenheit zu einer unentdeckten bizarren Mordserie. Und die scheint noch nicht beendet. Die grausame Vermutung: Der Täter ist zurückgekehrt, an den Ort, an dem alles begann. Um ihn zu stoppen, müssen die ungleichen Ermittler lernen, einander zu vertrauen. Doch Larssen hat eine eigene Agenda und Ulrike wird beim Lösen des Falles mit ihrer Vergangenheit konfrontiert…

Die Thriller-Serie "Die Quellen des Bösen - Jagd nach dem Runen-Mörder" basiert auf der Buchvorlage "Blütengrab" von Ada Fink, das als Hörbuch ebenfalls auf RTL+ abrufbar ist.

Das Serien-Highlight "Die Quellen des Bösen - Jagd nach dem Runen-Mörder" sowie das Hörbuch zur Serie sind Teil des All Inclusive Entertainment Pakets von RTL+. Alle Infos zur neuen Multimedia-App von RTL Deutschland und weitere Highlights hier.

Kurzinhalt

1993. Übersät mit rätselhaften Runen wird in einem Waldstück eine Mädchenleiche auf einem Blütenbett gefunden. Die ostdeutsche Kommissarin Ulrike Bandow und der neue westdeutsche Kollege Koray Larssen übernehmen den Fall, der in die deutsch-deutsche Vergangenheit zu einer unentdeckten bizarren Mordserie führt. Um den Täter zu stoppen, müssen die ungleichen Ermittler lernen, einander zu vertrauen. Doch Larssen hat eine eigene Agenda und Ulrike wird beim Lösen des Falles mit ihrer Vergangenheit konfrontiert...

Hintergrund

In der von Wüste Medien GmbH produzierten historischen Crime-Thriller-Serie übernehmen Henriette Confurius und Fahri Yardim die Hauptrollen. 

In weiteren Rollen sind u. a. außerdem Cloé Albertine Heinrich, Angelina Häntsch, Filip Schnack, Sonja Joanne Geller, Jörg Witte, Marius Ahrendt, Nico Ehrenteit, Bettina Lamprecht, Nina Petri, Karsten Antonio Mielke, Eva Meckbach, Lisa Hagmeister und Anton Spieker zu sehen.

Die neue, sechsteilige RTL+ Thriller-Serie "Die Quellen des Bösen" wurde in Hamburg, Schleswig-Holstein sowie in in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt gedreht. Gefördert wird die Produktion durch die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, MV Filmförderung, Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), den German Motion Picture Fund (GMPF/BKM) sowie durch VG Rundfunk aus Österreich.

Headautorin ist Catharina Junk (MITTAGSSTUNDE). Als zweite Autorin zählt Elke Schuch zum Team.  Regisseur ist Stephan Rick (AUF DER DUNKLEN SEITE DES MONDES). Henner Besuch (THE BILLION DOLLAR CODE) führt die Kamera. 

Als Produzent ist Björn Vosgerau verantwortlich, als Producer Daniel Hartmann. Nico Grein, Executive Producer, und Redakteurin Evelin Haible übernehmen die Verantwortung seitens RTL+ unter der Leitung von Hauke Bartel, Bereichsleiter Fiction RTL. 

Die Thriller-Serie "Die Quellen des Bösen" basiert auf der Buchvorlage "Blütengrab" von Ada Fink, das als Hörbuch ebenfalls auf RTL+ abrufbar ist.
Das Serien-Highlight "Die Quellen des Bösen" sowie das Hörbuch zur Serie sind Teil des All Inclusive Entertainment Pakets von RTL+.  Alle Infos zur neuen Multimedia-App von RTL Deutschland und weitere Highlights hier.

Episode 1

Im Dohlenwald wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Was bedeuten die rätselhaften Zeichen, die ihr in die Haut geritzt wurden? Während Koray Larssen einen Serienmörder vermutet, folgt Ulrike Bandow Hinweisen, die in die örtliche Neo-Nazi-Szene führen. Dabei trifft sie auf ihre ehemals beste Freundin Christa, deren Mann Frank Verbindungen zu dem Opfer zu haben scheint. Bald ahnt Ulrike, dass dieser Fall in ihre eigene Vergangenheit führt und verheimlicht ihrem neuen Kollegen Larssen wichtige Details, die zum Täter führen könnten.

Episode 2

Ulrike und Larssen bleibt nicht viel Zeit: Ein zweites Mädchen wird vermisst. Sie müssen das verschleppte Kind finden, bevor es dem Runen-Mörder zum Opfer fällt. Ulrike ahnt noch nicht, dass ihr Bruder Marc immer weiter in den Fall verstrickt wird und auch das seltsame Mädchen Ingrid scheint mehr zu wissen, als es zu sagen wagt. Larssen wiederum verfolgt seine ganz eigenen Ziele. Kann Ulrike wirklich auf ihn zählen?

Episode 3

Nach Danjanas vereitelter Entführung erinnert sich Ulrike, in ihrer Kindheit ebenfalls dem monströsen Wolf begegnet zu sein. Christa müsste mehr wissen, aber sie schweigt. In der Hoffnung, mehr über die Vergangenheit zu erfahren, fährt Ulrike zu ihrer Mutter nach Hamburg. Larssen hält jetzt nichts mehr in Wussitz, denn er hat endlich gefunden, was er die ganze Zeit gesucht hat. Ist er wirklich bereit, Ulrike mit dem Fall zurück zu lassen?

Episode 4

Ulrike und Larssen bekommen zu spüren, dass unbekannte Kräfte ihre Ermittlungen erschweren. Während sie trotzdem immer mehr über die Identität des Runen-Mörders herausfinden, macht sich Ingrid im Wald alleine auf die Suche nach dem Täter und begibt sich dabei in große Gefahr. Larssen erleidet einen schmerzhaften Verlust und Ulrike ist in diesem Moment sein Halt. Gemeinsam gelingt ihnen ein wichtiger Schritt in die düsteren Abgründe des Falls.

Episode 5

Eine alte Akte bringt neue Erkenntnisse, die Ulrike mit ihrer eigenen Schuld konfrontieren. Larssen wird sein persönliches Geheimnis zum Verhängnis und er steht vor einer Entscheidung, die die Ermittlungen umstürzen würde. Währenddessen umkreist der Runen-Mörder sein nächstes Opfer und wartet nur auf den richtigen Moment, endlich zuzuschlagen. Doch Ulrike und Larssen fehlt noch das entscheidende Puzzleteil, um einen weiteren Mord zu verhindern.

Episode 6

Der Fall erweist sich als verzweigtes Netz und der unberechenbare Täter ist den Ermittlern erneut einen Schritt voraus. Larssen hat Ulrikes Vertrauen missbraucht und ihre Wege trennen sich. Während das Opfer des Runen-Mörders um sein Leben bangt, bleibt Ulrike nur noch der Alleingang. Sie weiß, dass der Serienmörder von seinem gnadenlosen Plan besessen ist und ist bereit, ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen, um zwei andere zu retten.

Interview mit Fahri Yardim zu "Die Quellen des Bösen"

In der Serienwelt gibt es die unterschiedlichsten Kommissare - mit ihren jeweils ganz eigenen Erkennungsmerkmalen oder Spleens. Was zeichnet deinen Seriencharakter aus?
Koray Larssen, der Charakter, den ich spiele, trägt einen Schnuppi, einen hübschen Schnauzer und einen Voku, also Vokuhila. Er hat puffelige Klamotten an, kommt aus Hamburg, hat schon einiges gesehen in seinem Leben. Das hat ihm eine gewisse Distanz zu allem gebracht, aber auch eine unterschwellig brodelnde Melancholie und Zärtlichkeit. So hart er daherkommt, so weich geklopft ist er darunter. Und gleichzeitig getrieben von einer tiefen Suche, nach etwas, was ich nicht verraten werde. Er ist ein Mann, der viele Abgründe gesehen hat und jetzt doch vor dem größten seines Lebens steht.

Viele Schauspieler und Schauspielerinnen berichten von einer engen Verbindung zu ihren Charakteren. Würdest du gerne einen Tag lang in die reale Welt deines Kommissar-Charakters wechseln können?
Ich möchte kein missbrauchtes, kein ermordetes Kind vor mir liegen sehen und ermitteln müssen, wer dafür verantwortlich ist. Aber die Ruhe von ihm hätte ich gern manchmal. Die Aufrichtigkeit und diese Zärtlichkeit in der Ruhe. Da könnte ich mir einige Salamischeiben von dem Herrn abschneiden. Aber das Dunkle, soweit es mich erreicht, bin ich froh, wenn es einen Bogen macht.


Oft müssen Kommissare in Krimiserien schwierige Entscheidungen treffen, die das Leben anderer Menschen beeinflussen. Gibt es eine Entscheidung deines Charakters, die du persönlich anders getroffen hättest? Wie würde sich das auf den Verlauf der Serie auswirken?
Es gibt einen Moment, da ist seine Verzweiflung so groß, dass ich ihn verstehen kann, trotzdem bleibt mein väterlicher Teil, der die Entscheidung nicht annehmen will. Er ist in einem Dilemma gefangen. Ich will mir nicht anmaßen zu behaupten, ich hätte es anders gemacht, wäre ich seinen Zwängen ausgesetzt.

Die Serie ist spannungsgeladen und düster, aber auch eine kleine Zeitreise in die 90er Jahre. Polizeiarbeit ohne Handys oder Internet und erst in den Anfängen der DNA-Analyse. Auch gute alte Telefonzellen kommen zum Einsatz. Ein Retro-Krimi?
Auch, aber es ist keine nostalgische Werksschau, kein Museum der Neunziger. Es verändert aber deine Wirklichkeit, wenn Leben und Tod davon abhängen, ob die Münzen in der Telefonzelle hängen bleiben. Das macht was mit mir, auch als Schauspieler. Dir wird in der Zeitreise der Kontrast zum Jetzt bewusster, wohin wir uns entfremdet haben. Es war gefühlt eine übersichtlichere Zeit - und gleichzeitig brodelte das Unterdrückte. Diese Unterschwelligkeit der 90er entfaltet eine besondere Atmosphäre, die Stephan Rick stark eingefangen hat.

Du selbst hast die 90er als Teenager erlebt. Was ist typisch für die Zeit?
Ich denke immer an Mola Adebisi, an Viva und an Roxette. Und dass ich aussah, wie Steve Urkel gemischt mit Sylvester Stallone. Eigentlich sah ich aus wie die Quelle des Bösen, aber unschuldig. Ich hatte immer so ein Tuch um den Kopf und eine wahnsinnig starke Brille, wegen meiner heftigen Sehschwäche. Und ich vermute, ich habe auch gesabbert, es fühlte sich auf jeden Fall so an. Das waren meine 90er: ich saß vorne im Bus und sabberte fröhlich vor mich hin. Das war eine gute Zeit, da kann man nicht meckern.

Gefällt dir die damalige Zeit oder die heutige Zeit besser?
Ich war damals so verblödet, dass ich nicht mitbekommen habe, wie schlecht es eigentlich stand und in der Retrospektive möchte ich niemals tauschen. Niemals mehr dieser komische Jugendliche sein, der ich damals war. Narzisstisch und Liebessuchend und schüchtern und laut zugleich. Mit seinen Hasenzähnen und – obwohl, die habe ich immer noch… - aber ich bin froh, dem entwachsen zu sein und gleichzeitig kann ich ihn von heute aus in den Arm nehmen und sagen: 'Sabber weiter mein Freund, mein kleiner Fahri Freund'.

Die 90-Jahre Optik ist ja wirklich ein Hingucker in der Serie, wie du schon erwähnt hast Vokuhila, Schnurrbart – wäre der Look auch was für dich privat?
Ich war durchaus kurz in mich selbst verliebt. Ich würde gerne wieder Vokuhila und Schnäuzer tragen. Lionel Richie meets Rudi Völler. Erst will man lachen und dann merkt man, dass das irgendwie ganz organisch aussieht bei dem alten Kauz, der ich geworden bin. Ich weiß nicht, ob ich mich wirklich traue. Es ist ja auch immer schön wieder raus zu schlüpfen aus diesen Figurenreisen. Um hinterher selbstgerecht behaupten zu können, für die Rolle habe ich mich unglaublich verändert. Deswegen lass ich ihn Larssen sein und bin jetzt wieder der langweilige Fahri Yardim.

Kanntest du deine Serienpartnerin Henriette Confurius vorher schon? Wann war eure erste Begegnung?
Henriette und ich waren vor ein paar Jahren in der gleichen Schauspielagentur. Auf den Empfängen bin ich immer so um sie herumgehummelt und habe ihren Blick gesucht. Da ich sie schon immer so mystisch, geheimnisvoll und schön fand. Ich hoffte auf ihre Aufmerksamkeit, dass sie irgendwann strahlend zu mir kommt und flüstert 'Ich finde dich ganz toll'. Aber das hat sie nie gemacht, sie hat nicht mal mitbekommen, dass ich da war. Sie saß immer mit Regisseur:innen in angeregten Gesprächen und hat über anspruchsvolle Sachen gesprochen. Ich erinnere mich sehr gut daran, sie erinnert sich null. Das waren unsere ersten, sehr einseitigen Begegnungen.

Was zeichnet Henriette Confurius als Schauspielerin aus, auch in eurer Zusammenarbeit?
Als Schauspielerin habe ich sie dann auch mitbekommen, weil sie eine begnadete, eine der sehr fantastischen Schauspielerinnen unseres Landes ist. Sie hat mich am Set auch in einigen Szenen an die Wand gehauen. Sie kann das Stille, das Unterschwellige, das Brodelnde, das Verletzte und das feine Spiel. Und bringt daneben auch als Persönlichkeit viel mit. Toll, dass sie so toll ist, einerseits, andererseits ist das natürlich sehr nervig, weil dann muss Du mithalten. Trotzdem schön, wenn du Lionel Messi in deiner Mannschaft hast, es treibt dich an.

Welche Szene ist deine Lieblings-Szene?
Ich denke ungern in Hierarchien. Mein ganzes Dasein kommt völlig antiautoritär daher. Ich versuche Bestenlisten zu umgehen. Der Vergleich ist ein sicherer Weg ins Unglück. Ich finde viele Szenen ganz wundervoll, die meisten Szenen ohne mich, sind außerordentlich gut geworden.

Ist dir eine Szene im Kopf hängen geblieben, an die du ab und zu denkst?
Ja, wenn ich an einer gescheitert bin. Wo ich wirklich 38-mal einen Schwamm im Mund hatte, mich versprochen habe. Als das Team schon leicht an meiner Berechtigung gezweifelt hat und der Feierabend sich verschob… Scheitern bleibt bei mir hängen. Und lachen müssen, wenn du nicht darfst, in tragischen Momenten. Dieses hysterische Lachen, das stärker ist als jede Disziplin. Aber ich verrate nichts.

Die Serie ist voller Symbolik. Glaubst du persönlich auch dran und bist du abergläubisch?
Ich finde es vermessen zu glauben, dass das, was wir wahrnehmen, auch nur annährend des Universums erfasst. Ein Blick in den Himmel reicht, um irgendwas Spirituelles in mir zu wecken. Im Moment ist meine Spiritualität aber eher bodenständig. Ein Versuch der eigenen Entfremdung entgegenzuwirken, dieses städtische Überreizt sein, Social Media, Süchte… zu meinem wesentlichen zurückzufinden. Nicht das Übernatürliche, sondern das Urnatürliche zu erobern. Das ist meine Spiritualität, sich mit dem Boden verbinden, auf dem ich stehe. Barfußschuhe müsste ich mal tragen. Barfußschuhe wären mein Tor zur Spiritualität (lacht).

Interview mit Henriette Confurius zu "Die Quellen des Bösen"

Worum geht es in der sechsteiligen Serie "Die Quelle des Bösen" und welche Rolle spielst du?
Unsere Serie spielt in einer kleinen Stadt in der ehemaligen DDR, die fiktive Kleinstadt Wussnitz. Ich spiele Ulrike Bandow, eine, wie ich finde, ziemlich coole Frau, die aber auch ein bisschen enttäuscht vom Leben ist. Zumindest war es bestimmt nicht ihr großer Traum für immer in Wussnitz zu bleiben, aber es gab da ein gewisses Verantwortungsgefühl, dass ihr das Weggehen unmöglich gemacht hat. Ulrike ist Hauptkommissarin. Sie ist da in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und soll jetzt einen neuen Kollegen aus dem Westen bekommen, den Koray Larssen, auf den sie überhaupt kein Bock hat und der eine sehr große Nase hat - das sagt Fahri selbst. Ich finde seine Nase völlig in Ordnung (lacht). Und wie so oft kommt das Unglück nicht allein. An dem Tag, an dem der neue Kollege ankommt, gibt es einen Leichenfund im Dohlenwald, also in der unmittelbaren Umgebung von Wussnitz. Und ab da beginnt die Suche nach dem Täter, nach Antworten, und es tun sich immer mehr Abgründe auf, die diese Kleinstadt Wussnitz über Jahre verschwiegen hat. Und auch Ulrike, die aus dieser Gegend kommt und ihr ganzes Leben da gelebt hat, muss ganz tief in ihrer eigenen Vergangenheit graben. Diese ganze Stadt erlebt eigentlich eine Wurzelbehandlung. Und es wird schnell klar, dass das Böse auch immer eine Grundlage braucht, um existieren zu können und dass die Suche nach den Quellen des Bösen viel wichtiger ist als die Suche nach dem Bösen selbst.

Die Serie ist spannungsgeladen und düster, aber auch eine kleine Zeitreise in die Neunzigerjahre. Polizeiarbeit ohne Handys und Internet und erst in den Anfängen der DNA-Analyse. Auch gute alte Telefonzellen kommen zum Einsatz - ein Retro-Krimi?
Ich würde sagen ja, also für mich auf jeden Fall. Ich habe nicht so einen Bezug zu den Neunzigern und auch für mich ist es wirklich eine Zeitreise in eine zwar nicht so unbekannte Zeit, aber ich musste das alles so annehmen. Ich hatte Kolleginnen, die tatsächlich ins Set und in die Räume kamen und gesagt haben: genau so war’s. Ich konnte das natürlich nur zulassen und sagen: ja ich glaube schon, dass das gut recherchiert ist. Es fühlt sich glaubhaft an. Die Telefonzelle war sehr viel bespielt von Fahri. Aber ich hatte ein lustiges kleines Auto. Man bekommt auf jeden Fall 90s Feeling in diesem Thriller.

Viele Schauspieler:innen berichten von einer engen Verbindung zu ihren Charakteren. Würdest du gerne einen Tag lang in die reale Welt deines Kommissarin Charakters wechseln können?
Auf keinen Fall. Es gibt tatsächlich bei Ulrike Bandow, so sehr ich diese Frau liebe und so sehr ich diese Rolle gerne gespielt habe, nichts, um das ich sie beneide. Ich finde es spannend, diesen Charakter anzunehmen und auszuleben, wenn die Kamera läuft, aber zwischen den Takes und außerhalb der Dreharbeiten möchte ich lieber ich selber sein.

Oft müssen Kommissar:innen in Krimiserien schwierige Entscheidung treffen, die das Leben anderer Menschen beeinflussen. Gibt es eine Entscheidung deines Charakters, die du persönlich anders getroffen hättest. Wie würde sich auf das auf den Verlauf der Serie auswirken?
Das ist immer leicht, wenn man mit dem Blick von außen auf das schaut, was passiert. Ich habe ja das Buch gelesen, daher weiß ich, welche Entscheidung klug und welche Entscheidung nicht klug war. Das wäre zu einfach zu sagen: Das hätte ich anders gemacht und das würde sich dadurch verändern. Ich finde auch ehrlich gesagt, dass Ulrike schon jemand ist, die sehr ihrem Instinkt nachgeht und dadurch auch immer ziemlich schnell in der Handlung ist. Sie ist nicht jemand, der erstarrt, sondern immer ins Progressive geht und dadurch natürlich auch Fehler macht, aber diese Fehler führen trotzdem immer zu Veränderung und das ist eben genau das, was da in dieser Kleinstadt Wussnitz und Umgebung passieren muss, dass dieses ganze Verkrustete und dieses jahrelang Erstarrte sich verändert. Dadurch bringt sie alles in Bewegung und deswegen würde ich jede Entscheidung, die Ulrike getroffen hat, unterstreichen.

Was ist für dich typisch aus der Zeit? Wie sieht dein Serien Outfit aus? Wo und wie konnte ein so detailgetreues Set gefunden beziehungsweise zusammengestellt werden?
Mein Outfit ist meistens Jeans, diese klassischen Mom Jeans. Ulrike ist immer eher funktional angezogen. Sie hat verschiedene Wollpullis an, die sich auch alle in so einem gräulich beigen Ton bewegen und so aussehen, als hätte sie die entweder mal von ihrer Mutter geerbt oder eben auch schon sehr lange. Ich mochte mein Outfit und meine Frisur. Ich fand es sehr stimmig. Eine Figur, die nicht so sehr darauf achtet, wie sie aussieht und vielleicht auch nicht so oft in den Spiegel guckt.
Für mich typisch 90s kann ich tatsächlich nicht so gut sagen. Dieses Gefühl, was ich hatte in dieses Set reinzugehen und diese Welt, die da zu uns gebaut wurde, war wahnsinnig toll. Das war ein großes Geschenk und hat mir auch viel für meine Rolle und mein Spiel gegeben.

Du schlüpfst das erste Mal in die Rolle einer Kommissarin. Ein Traum Job?
Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber mein Traumjob ist Schauspielerin. Ich würde nicht gerne Kommissarin sein. Ich glaube, das würde mir überhaupt nicht liegen. Eine Kommissarin zu spielen ist jetzt auch nicht unbedingt mein Traumjob, aber ich habe es schon sehr gerne gemacht, das liegt aber auch viel an Ulrike Bandow und daran, dass diese Rolle so vielschichtig und feinfühlig erzählt ist. Ich durfte so viel spielen und so viel sein und ehrlich gesagt genieße ich es auch, erwachsenere Rollen spielen zu dürfen. Ich werde immer eher jünger geschätzt, als ich bin und dieses Feedback bekomme ich auch viel nach Castings, dass ich zu jung oder zu jugendlich wirke. Meine Ulrike ist eine erwachsene, eigenständig und starke Frau geworden. Das macht mich glücklich.

Die Rolle der Kommissarin Ulrike Bando ist auch physisch stark gefordert. Hattest du ein Stunt Double am Set?
Ja, das Stuntteam Germany war mit uns auf dieser Reise und ich hatte auch ein tolles Stunt Double: Cecilia. Stunts selber machen, ist immer so eine Versicherungsfrage. Ich finde es aber toll, wenn genug Zeit ist, um bestimmte Stunts zu lernen, weil ich finde, dass es einem immer auch ein Stück weit vom Spiel wegnimmt, wenn man gedoubelt wird. Wir hatten sehr lustige Doubleprobetage mit dem Stuntteam, wo wir die Stunts erarbeitet und geübt haben. Und wenn ich diese Bewegungsabläufe verinnerlicht und mich dann am Set trotz des Stunts voll und ganz auf Spiel konzentrieren kann, dann macht mir das richtig Spaß. Trotzdem war ich in vielen Momenten sehr dankbar, dass Cecilia da war und dass sie das ein oder andere für mich übernommen hat.

Dein Serienpartner ist Fahri Yardım. Kanntest Du ihn schon vorher? Was zeichnet ihn als Schauspieler aus? Beziehungsweise wie war eure Zusammenarbeit? Wie war die erste Begegnung?
Wir waren mal zusammen in der gleichen Agentur und er erzählt immer die Geschichte, dass er auf mehreren Empfängen versucht hat, mit mir Kontakt aufzunehmen und ich ihn angeblich komplett ignoriert hätte. Ich kann mich daran wirklich nicht erinnern. Ich kann mich aber daran erinnern, dass ich relativ unbeeindruckt war von dieser ganzen Film-Welt und ich kann mir tatsächlich auch vorstellen, dass ich nicht so richtig wusste, wer er ist (lacht). Es war auf jeden Fall keine Absicht, ihn zu ignorieren, aber es fehlte wahrscheinlich so eine Faszination von mir in seine Richtung. Wir haben uns dann eigentlich bei dem Casting das erste Mal richtig kennengelernt und ich fand die Arbeit da sehr angenehm. Wir haben uns die Zeit genommen und an den Szenen gearbeitet und er hat mir auch sehr geholfen. Der Regisseur Stephan Rick war selber nicht da. Er war per Zoom zugeschaltet aus LA und das war auch eine sehr lustige, skurrile Situation, dass er so als Bildschirm in der Ecke hing. Fahri war zu dem Zeitpunkt schon fest besetzt und hat für mich angespielt. Er ist einfach ein sehr feiner Mensch. Sehr klug und auch emotional sehr klug. Er weiß in den richtigen Momenten Feingefühl zu zeigen. Ich habe mich mit ihm als Partner in dieser Serie sehr wohl und sehr gut aufgehoben gefühlt. Es war eine schöne Zusammenarbeit.

Welche ist deine liebste Szene aus der Serie?
Da gibt es ein paar. Also unser allererster Drehtag war in Hamburg am Elbstrand und das war der Moment, wo Ulrike Bandow in den Westen fährt, um ihre Mutter zu besuchen und dann auf einer Party ist. Ich war da noch sehr fremd und auch ein bisschen aufgeregt - das finde ich auch übrigens sehr schön, dass das nie weggeht. Ich bin einfach immer am ersten Tag eigentlich bis zur ersten Klasse aufgeregt. Und es passte sehr in die Szene, weil Ulrike sich da auch in einer sehr fremden, sehr aufregenden Welt bewegt. Die Szene gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsszenen.
Und es gibt ganz tolle Szenen mit Dubbe, Ulrikes Chef und auch eine Art Vaterfigur für sie, weil zwischen uns so eine Nichtkommunikation super funktioniert hat. Unsere Szenen waren zu Beginn eher dialoglastig, aber da ist dann in der Erarbeitung der Szenen immer mehr weggefallen. Teilweise reichten kurze Sätze und Blicke, einfach nur reinkommen und hinsetzen. Das hat mir wahnsinnig Spaß gemacht, weil das auch so eine große Vertrautheit braucht. Und weil es mit Jörg Witte auch wirklich wahnsinnig toll war, sich das zu erarbeiten. Es gibt eine Szene, wo wir irgendwann so lachen mussten und es war wirklich unangemessen an dieser Stelle zu lachen, aber wir konnten nicht aufhören und diese Szene ist so schön geworden. Alles, was ich da in mir sehe an Schmerz, an Trauer, an Wut, an Verzweiflung, an Anspannung. Ich weiß, dass das alles eigentlich nur Henriette ist, die sich mit aller Kraft versucht, das Lachen zu verkneifen. Diese Szene ist emotional total spannend.

Bleiben dir manche Szenen auch mal länger im Kopf und beschäftigen dich?
Mir bleiben emotionale Szenen, die körperlich auch belastend waren, manchmal stark im Gedächtnis. Zum Beispiel gibt es eine Szene, wo ich mit einer Handschelle an einer Wand gefesselt war. Das ist mir so in Erinnerung geblieben, weil während ich spielen sollte, dass ich mich da nicht befreien kann, ist mir plötzlich klar geworden, dass ich mich hier wirklich nicht befreien kann. Es gibt keinen Weg raus. Ich habe dann zu Max, unserem Innen-Requisiteur gesagt, dass ich den Schlüssel gerne bei mir hätte. Ich konnte nämlich nichts anderes mehr machen als daran zu denken, was alles passieren könnte. Ich habe dann einen Reserveschlüssel bekommen und konnte mich auch wieder aufs Spiel konzentrieren und damit hatte ich alles, was ich für die Szene brauchte: Ulrike weiß genau, dass sie diese Handschellen nicht aufkriegt und trotzdem versucht sie es mit aller Kraft. Diese Verzweiflung und diese Ausweglosigkeit sind mir in Erinnerung geblieben.

Die Serie ist voller Symbolik. Glaubst du persönlich auch daran, bist du abergläubisch?
Ich bin nicht abergläubisch. Ich finde es aber in der Serie spannend. Die Figur Ingrid hat gelernt diese Symbolik zu lesen, sie ist damit aufgewachsen. Ihr wurde das beigebracht. Und dadurch ist sie schneller als wir. Sie ist uns immer einen Schritt voraus und sie sagt meiner Rolle auch einmal: „Wenn du nicht an ihn glaubst, dann kannst du ihn auch nicht finden.“ Ich fand es so interessant, dass diese Symbolik auch eine Sprache ist. Und wenn man diese Sprache spricht, dann versteht man sich auch.

Zitate Headautorin und Regisseur

Catharina Junk, Headautorin:
"In ‚Die Quellen des Bösen‘ ziehen wir die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht zu scharf, nicht zu klar. Dieser Ansatz korrespondiert auch mit dem historischen Kontext unserer Serie: Die Zeit nach der Wende war eine Umbruchphase, in der sich moralische, politische und soziale Gewissheiten auflösten und somit sich auch auf dieser Ebene Grenzen verwischten. Aus diesem Grund kommt das Böse in unserer Serie gleich auf drei sehr unterschiedlichen Pfaden in die Geschichte…“ 

Stephan Rick, Regisseur:
"Als besondere Stärke von ‚Die Quellen des Bösen’ empfinde ich die spannenden Figuren, die Catharina Junk erschaffen hat. Angeführt wird das Ensemble von Ulrike Bandow (Henriette Confurius), einer modernen Frauengestalt, die in einer von Männern geprägten Welt ihre Stärke beweist. Sie trägt die Verantwortung für ihren jüngeren Bruder, kämpft nicht nur für die Lösung des Falls, sondern auch gegen die Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit. Die Darstellung ihrer Homosexualität erfolgt ohne Coming-out-Drama. Koray Larssen (Fahri Yardim) ist eine ebenso zeitgemäße und anziehende Figur. Er hat die althergebrachten Männerklischees hinter sich gelassen und verkörpert nicht den typischen "Rogue Cop", der in Machtkämpfen verstrickt ist. Vielmehr zeichnet er sich durch seine kluge Beobachtungsgabe und Zuhörfähigkeit aus und lebt Gleichberechtigung ganz selbstverständlich. Die Zusammenarbeit mit Henriette und Fahri erwies sich als Glücksgriff: Trotz unterschiedlicher Arbeitsweisen verbindet sie ein tiefes erzählerisches Verständnis, die Fähigkeit, immer im Moment zu sein, sowie der unermüdliche Wille, stets nach Wahrhaftigkeit zu streben und auch vor komplexen Emotionen nicht zurückzuschrecken." 

Cast

Henriette Confurius - Komissarin Ulrike Bandow
Fahri Yardim – Kommissar Koray Larssen
Cloé Albertine Heinrich – Ingrid Heisler
Angelina Häntsch – Christa Schreiber
Filip Schnack – Marc Bandow
Sonja Joanne Geller – Sabrina Schreiber
Jörg Witte – Jürgen Dubbe
Marius Ahrendt – Holger „Howie“ Kiezmann

Eva Meckbach – Claudia Becker
Nina Petri – Weronika Bandow
Sophie Pfennigstorf – Yvonne
Bettina Lamprecht – Pamela Middendorf
Karsten Antonio Mielke – Frank Reinelt
Anton Spieker – Steffen Plengemeyer

Lisa Hagmeister – Marianne Heisler
Till Wonka – Götz Heisler

Nico Ehrenteit - Jens Wiese
Patrick Heinrch – Ralf Kegel
Daniel Noël Fleischmann – Thomas Kegel
Roman Knižka – Alexander Mönchenbach
Katrin Schwingel – Anne Dubbe
Susanne Reichhardt – Petra Glienowski

Hörbuch „Blütengrab“

Die Thriller-Serie „Die Quellen des Bösen“ basiert auf der Buchvorlage „Blütengrab“ von Ada Fink, das als Hörbuch ebenfalls auf RTL+ abrufbar ist.

Das Serien-Highlight „Die Quellen des Bösen“ sowie das Hörbuch zur Serie sind Teil des All Inclusive Entertainment Pakets von RTL+. Alle Infos zur neuen Multimedia-App von RTL Deutschland und weitere Highlights hier.